Tibet
Der Name Tibet steht heute in erster Linie für eine Provinz (autonomes Gebiet) im Süden Chinas mit der Hauptstadt Lhasa, dessen völkerrechtlicher Status teilweise umstritten ist.

Das tibetische Hochland erstreckt sich über eine Fläche von 2,5 Mio. km². Es wird im Süden vom Hauptkamm des Himalaja begrenzt. An der Grenze zu Nepal liegen einige der höchsten Gipfel der Welt. Diese Berge sind es auch, die Tibet zu einer der trockensten Regionen der Welt machen, da sie die niederschlagsreichen Monsunregen aus dem Land fernhalten. Die Vegetation ist deshalb spärlich und steppen- oder wüstenhaft. Lediglich im Osten existiert eine nennenswerte Baumvegetation, die allerdings stark durch intensive Nutzung gefährdet ist. Nur wenige Tierarten (Yaks, Schafe) können in dieser Umgebung überleben. Die Durchschnittstemperaturen schwanken zwischen 8 Grad in Lhasa und -5 Grad in der Nordhälfte der Provinz. Die Landwirtschaft ist deshalb auf Viehzucht durch nomadisierende Hirten beschränkt. Dem Bergbau in Tibet wird zwar eine große Zukunft vorausgesagt, jedoch steckt er heute, wie andere Industriezweige auch, noch in den Kinderschuhen.

Der Tourismus spielt eine zunehmende Rolle in Tibet. Durch den Bau der Lhasa-Bahn (Fertigstellung 2006) wurde die Reise nach Tibet (vor allem für Chinesen) um ein Vielfaches vereinfacht. Schwerpunkt sind dabei Kulturreisen, aber auch Trekking- und Bergsteigertouren werden durchgeführt. Für die Einreise nach Tibet ist jedoch, zusätzlich zum chinesischen Visum, ein separates Permit notwendig!

Bevölkerung und Kultur und Tibet

Die meisten der ca. 12 Millionen Einwohner leben im Osten des Landes. Davon sind die eine Hälfte Tibeter, die andere Hälfte wird von der schnell wachsenden chinesischen Bevölkerung gebildet. Das Hochland ist sehr dünn besiedelt. Die tibetische Kultur ist stark durch die vorherrschende Religion, den Buddhismus, geprägt. Bis 1959 hatte das Oberhaupt der buddhistischen Gemeinde - der Dalai Lhama - seinen Sitz in Lhasa, heute lebt er im Exil. Zahlreiche Klöster, die im Zuge der Kulturrevolution geschlossen oder zerstört wurden, können heute wieder von Mönchen bewohnt werden. Sie sind die wichtigsten Träger der tibetischen Literatur, von der im Westen lediglich das „Tibetanische Totenbuch“ eine nennenswerte Aufmerksamkeit erfuhr. Ebenfalls auf tibetischen Territorium liegt der heilige Berg aller Buddhisten, der Kailash.

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